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Historisches Pressearchiv

Die Fahne - das Symbol des Wehrwillens
Der Verein Flugplatz-Nohra e.V. macht zu Zwecken der Wissenschaft, Forschung und Lehre historische Zeitungsartikel zugänglich. Der Verein Flugplatz-Nohra e.V. distanziert sich ausdrücklich von allen rassistischen, antisemitischen und weiteren diskriminierenden Inhalten sowie von gewaltverherrlichenden und propagandistischen Darstellungen.
Die Fahne - das Symbol des Wehrwillens
Die Fahne - das Symbol des Wehrwillens
General der Flieger Wachenfeld übergibt der Fliegerersatzabteilung Nohra die neue Truppenfahne
Bei herrlichstem Frühlingswetter beging gestern der Fliegerhorst Weimar-Nohra seinen Ehrentag, der für alle Zeiten als ein besonderer Festtag in die Geschichte der Abteilung eingehen wird. Der kommandierende General der Luftwaffe und Befehlshaber im Luftkreis III, General der Flieger Wachenfeld, übergab gestern vormittag in einem feierlichen Akt der Fliegerersatzabteilung 13 Weimar-Nohra die neue Truppenfahne. Vor der Flughalle, die mit grünen Girlanden und den Symbolen des Deutschen Reiches geschmückt war, waren die Soldaten in einem offenen Viereck angetreten. Auch die Beamten, Angestellten und Arbeiter des Fliegerhorstes waren bei dem feierlichen Akt zugegen. zu dem auch zahlreiche Ehrengäste von Wehrmacht, Partei, Staat und Stadt eingefunden hatten. Unter den Anwesenden bemerkte man u. a. als Vertreter des Reichsstatthalters und Gauleiters Sauckel, Stellvertretenden Gauleiter Sielmeier, als Vertreter des Ministerpräsidenten Marschler Staatssekretär Stolze, den Kommandeur der 1. Panzerdivision General der Kavallerie Freiherrn v. Weichs, Generalmajor v. Vietinghoff gen. Scheel, Generalmajor Graf, Generalmajor v. Riebcker, Major Ruschow, als Vertreter des Staatssekretärs Ortlepp, Major Bruns und Major Henkel von der Luftgaureserve, SA Gruppenführer Günther, Oberarbeitesführer Herzog als Vertreter des Generalarbeitsführers Schmückle, Polizeipräsident Pflomm, Kreisleiter Landrat Hofmann, Oberbürgermeister Dr. Mueller, Hauptmann der Schutzpolizei Hauf und den Bürgermeister von Nohra. Feierliche Stimmung und Disziplinierte Spannung lagen über dem Platz, an dessen Front der Fahnentrupp mit der noch verhüllten Fahne stand, und den Maschinen der Luftwaffe umsäumten. Nach Meldung der Abteilung durch deren Kommandeur, Oberstleutnant Stapelberg schritt General Wachenfeld und den Klängen des Präsentiermarsches die Front ab und hielt dann eine kurze Weiherede. Die Fahnenträger waren in der Mitte des Vierecks aufmarschiert, und die Blicke auf das zu weihende Symbol gerichtet, führte General der Flieger Wachenfeld etwa folgendes aus:
Gestern feierten wir in allen deutschen Garnisonen den zweiten Jahrestag der wiedergewonnenen Wehrhoheit. Bereits der zweitere Jahrgang junger deutscher waffenfähiger Männer trat nun unter die Fahnen. Aus dem 100000-Mann-Heer der Übergangszeit ist ein starkes deutsches Heer, eine Kriegsmarine und ein neuer Wehrmachtsteil, die Luftwaffe, unter der Führung Generals Göring erstanden. Der Führer hat am ersten Jahrestage der wiedergewonnenen Wehrfreiheit der neuen deutschen Wehrmacht Fahnen verliehen und auf die Verdienste der alten Wehrmacht hingewiesen. Die ruhmreichen Fahnen des alten Heeres ermahnen uns, der Toten zu gedenken, die im Weltkrieg für Deutschland gefallen sind und haben einen würdigen Platz in den Ehrenhallen gefunden. Die neue Fahne aber ist ein Symbol des Wehrwillens nach innen und nach außen. Im Auftrage des Oberbefehlshabers der Luftwaffe, Generaloberst Göring, enthülle ich die Fahne mit dem vom Führer bestimmten Fahnenspruch:
"Dem Volk verdanken wir alles, mit dem wir unauflöslich verbunden sind."
Für uns Deutsche aber verkörpert sich das Vaterland im Führer. Ihm gilt all unsere Treue und unser Eifer. Die Fahne darf niemals in die Hände des Feindes gelangen. In der Mitte trägt sie das Kreuz des Krieges und in den Ecken die Symbole des Deutschen Reiches. Ihre Farbe ist die Farbe der Flieger, die dieses Feldzeichen hoch in Ehren halten werden.
Nach der feierlichen Enthüllung der Fahne, die stolz im frischen Winde über den Stahlhelmen der Soldaten flatterte, übergab General der Flieger, Wachenfeld, das Feldzeichen dem Kommandeur der Abteilung Oberstleutnant Stapelberg, der sie mit folgenden Worten des Dankes entgegennahm: "Ich übernehme die Fahne für meine Abteilung als ein Mahnmal, das sie ermahnen möge zur Treue zu dem Führer, an die Ehre des Volkes und die Freiheit des Vaterlandes." Darauf reichte Oberstleutnant Stapelberg die Fahne dem ersten Fahnenträger mit den Worten "Ich übergebe diese heilige Fahne dem ersten Fahnenträger der Abteilung und erwarte, daß die Abteilung sich ihrer würdig erweisen möge und sie in Ehren hält, in leichten und schweren Stunden."
Mit dem Gesang der nationalen Weihlieder war der feierliche Akt beendet.
Dem feierlichen Akt der Fahnenübergabe folgte ein schneidiger Vorbeimarsch der Abteilung unter Führung ihres Kommandeurs, wobei die Truppe zeigte, daß sie nach der Zeit ihrer schweren Ausbildung auch vorbildliche Disziplin versteht, der Deutschland altes Heer groß gemacht hat und dem es zu einem wesentlichen Teil seine Stellung in der Welt verdankte. Die Fahne wurde dann in das Gebäude der Kammandantur eingebracht.

Bildunterschrift:
Die feierlichsten Augenblicke der Fahnenübergabe: Links: Oberst Leutnant Stapelberg übernimmt die Fahne von General der Flieger Wachenfeld und übergibt sie (rechts) dem ersten Fahnenträger der Abteilung (Zwei Aufnahmen: Held)
Quelle: Weimarische Zeitung (historisch) vom 18.03.1937263 Mal gelesen seit 19.11.2023